So wird die Waist-to-Hip-Ratio berechnet
Die Waist-to-Hip-Ratio (WHR), auf Deutsch Taille-Hüft-Verhältnis, ist der Taillenumfang geteilt durch den Hüftumfang:
WHR = Taillenumfang ÷ Hüftumfang
Beide Werte in derselben Einheit, das Ergebnis hat keine Einheit.
Beispiel (Voreinstellung): Ein Mann mit 88 cm Taille und 100 cm Hüfte hat eine WHR von 88 ÷ 100 = 0,88. Das liegt unter dem Grenzwert von 0,90 für Männer. Auch der Taillenumfang von 88 cm liegt unter der Schwelle von 94 cm.
Grenzwerte der WHO
Die Weltgesundheitsorganisation hat 2008 eine Expertenkonsultation zu Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis abgehalten. Der Bericht fasst die Grenzwerte, die in der Praxis der WHO zugeschrieben werden, in einer Tabelle zusammen:
| Merkmal | Männer | Frauen | Risiko für Stoffwechselkomplikationen |
|---|---|---|---|
| Taillenumfang | über 94 cm | über 80 cm | erhöht |
| Taillenumfang | über 102 cm | über 88 cm | deutlich erhöht |
| Waist-to-Hip-Ratio | ab 0,90 | ab 0,85 | deutlich erhöht |
Die WHR-Grenzen von 0,90 und 0,85 stammen aus der WHO-Definition des metabolischen Syndroms von 1999, wo sie als Merkmal für bauchbetonte Fettverteilung dienen. Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass für Menschen asiatischer Herkunft niedrigere Grenzwerte diskutiert werden.
Richtig messen
Das Ergebnis ist nur so gut wie die Messung. Der WHO-Bericht empfiehlt:
- Taille: in der Mitte zwischen dem unteren Rand der letzten tastbaren Rippe und der Oberkante des Beckenkamms, also meist etwas oberhalb des Bauchnabels.
- Hüfte: an der breitesten Stelle des Gesäßes, das Maßband parallel zum Boden.
- Aufrecht stehen, Füße nah beieinander, Arme locker hängen lassen, Gewicht gleichmäßig verteilt, möglichst wenig Kleidung.
- Entspannt und am Ende eines normalen Ausatmens messen, das Maßband anliegend, aber nicht einschnürend.
- Jede Messung zweimal machen. Liegen beide Werte höchstens 1 cm auseinander, den Mittelwert nehmen, sonst beide Messungen wiederholen.
Ab welchem Taillenumfang ist die Grenze erreicht?
Stellt man die Formel um, ergibt sich der Taillenumfang, bei dem der WHO-Grenzwert erreicht wird: Taille = Grenzwert × Hüftumfang. Für einige Hüftumfänge:
| Hüftumfang | Frauen: WHR 0,85 bei | Männer: WHR 0,90 bei |
|---|---|---|
| 90 cm | 76,5 cm | 81,0 cm |
| 95 cm | 80,8 cm | 85,5 cm |
| 100 cm | 85,0 cm | 90,0 cm |
| 105 cm | 89,2 cm | 94,5 cm |
| 110 cm | 93,5 cm | 99,0 cm |
| 115 cm | 97,8 cm | 103,5 cm |
| 120 cm | 102,0 cm | 108,0 cm |
Was die WHR aussagt
Fett im Bauchraum, besonders um die inneren Organe, steht stärker mit Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung als Fett an Hüften und Oberschenkeln. Der BMI kann diese Verteilung nicht abbilden. Zwei Menschen mit gleichem BMI können eine sehr unterschiedliche WHR haben.
Eine Schwäche hat die WHR: Nimmt jemand an Taille und Hüfte gleichermaßen zu, bleibt das Verhältnis gleich, obwohl der Bauchumfang wächst. Deshalb lohnt es sich, den Taillenumfang zusätzlich allein anzuschauen, wie es der Rechner tut. Eine einfachere Alternative ist das Taille-zu-Größe-Verhältnis, das der Taillen-Größen-Verhältnis-Rechner berechnet. Die Gesamtmenge an Körperfett schätzt der Körperfett-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Waist-to-Hip-Ratio?
Taillenumfang geteilt durch Hüftumfang. 88 cm Taille und 100 cm Hüfte ergeben 0,88.
Welche Waist-to-Hip-Ratio ist normal?
Im WHO-Bericht gilt ab 0,90 bei Männern und ab 0,85 bei Frauen ein deutlich erhöhtes Risiko für Stoffwechselkomplikationen. Werte darunter liegen unter diesem Grenzwert.
Wo misst man die Taille richtig?
In der Mitte zwischen unterster Rippe und Oberkante des Beckenkamms, im Stehen, entspannt und nach normalem Ausatmen.
Ist die WHR besser als der BMI?
Sie misst etwas anderes: die Fettverteilung statt des Gewichts im Verhältnis zur Größe. Am aussagekräftigsten ist die Kombination aus mehreren Maßen.
Hinweis: Die Seite und das Ergebnis des Rechners dienen nur zur Information und sind keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Keine medizinische Beratung: Das Ergebnis ist eine Schätzung auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine Untersuchung oder Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Die Grenzwerte gelten für Erwachsene.