So wird der FFMI berechnet
Der Fettfreie-Masse-Index (englisch fat-free mass index) wurde 1995 von Elena Kouri, Harrison Pope und Kollegen an 157 männlichen Sportlern untersucht. Die Rechnung hat drei Schritte:
- Fettfreie Masse = Gewicht × (1 − Körperfettanteil ÷ 100)
- FFMI = fettfreie Masse ÷ (Größe in m)²
- Normierter FFMI = FFMI + 6,3 × (1,80 − Größe in m)
Der dritte Schritt gleicht aus, dass große Menschen bei gleicher Statur rechnerisch einen etwas niedrigeren Index haben. Die Korrektur bezieht alle Werte auf einen 1,80 m großen Mann, so lassen sich Personen unterschiedlicher Größe vergleichen.
Beispiel (Voreinstellung): 80 kg, 1,78 m, 15 % Körperfett. Fettfreie Masse: 80 × 0,85 = 68 kg. FFMI: 68 ÷ (1,78 × 1,78) = 68 ÷ 3,1684 = 21,5. Normiert: 21,5 + 6,3 × 0,02 = 21,6.
Was sagt der FFMI aus?
Der BMI unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskeln. Der FFMI nimmt das Fett heraus und zeigt, wie viel Masse übrig bleibt. Zusammen mit dem Körperfettanteil beschreibt er die Körperzusammensetzung deutlich besser als der BMI.
Bekannt wurde der Index durch eine Beobachtung aus der Studie: Bei den Sportlern, die keine anabolen Steroide nahmen, reichte der normierte FFMI bis zu einer klar erkennbaren Obergrenze von 25,0. Eine Gruppe von 20 Mr.-America-Siegern aus der Zeit vor den Steroiden (1939 bis 1959) kam im Mittel auf 25,4. Viele Steroidanwender lagen deutlich über 25, einige sogar über 30.
| Gruppe in der Studie von Kouri et al. (1995) | Normierter FFMI |
|---|---|
| Sportler ohne Steroide | bis zu einer Obergrenze von 25,0 |
| Mr.-America-Sieger 1939 bis 1959 (geschätzt) | Mittelwert 25,4 |
| Steroidanwender | häufig über 25,0, einzelne über 30 |
Die Autoren selbst bezeichnen die Ergebnisse als vorläufig. Ein FFMI über 25 ist kein Beweis für Doping, und ein Wert darunter kein Beweis für das Gegenteil. Die Werte stammen ausschließlich von Männern; für Frauen gibt es aus dieser Studie keine Vergleichsgrenze.
Woher kommt der Körperfettanteil?
Der FFMI ist nur so genau wie der eingegebene Körperfettanteil. Ein Fehler von 3 Prozentpunkten verschiebt die fettfreie Masse bei 80 kg um 2,4 kg und den FFMI um rund 0,8. Genaue Verfahren sind DEXA-Messung oder Unterwasserwägung. Für eine Schätzung aus Körperumfängen kannst du den Körperfett-Rechner (Navy-Methode) nutzen. Waagen mit Bioimpedanz liefern schwankende Werte, je nachdem, wie viel du getrunken hast.
FFMI und BMI im Vergleich
Ein Mann mit 1,78 m und 80 kg hat einen BMI von 25,2 und gilt damit formal als übergewichtig. Mit 15 % Körperfett ist sein FFMI von 21,5 aber eher Ausdruck von Muskulatur. Genau für solche Fälle ist der FFMI gedacht.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen FFMI?
Fettfreie Masse (Gewicht mal 1 minus Körperfettanteil) geteilt durch die Größe in Metern zum Quadrat. 68 kg fettfreie Masse bei 1,78 m ergeben 21,5.
Was ist der normierte FFMI?
Der FFMI plus 6,3 × (1,80 − Größe in m). Damit werden alle Werte auf eine Größe von 1,80 m umgerechnet und vergleichbar.
Ist ein FFMI über 25 ein Beweis für Steroide?
Nein. In der Studie von Kouri (1995) lagen Sportler ohne Steroide bis 25,0. Die Autoren sehen den Wert als ersten Hinweis, nicht als Beweis, und nennen die Ergebnisse vorläufig.
Gilt der FFMI auch für Frauen?
Rechnen lässt er sich auch für Frauen, die Vergleichsgrenze von 25 stammt aber nur aus Daten von Männern.
Hinweis: Die Seite und das Ergebnis des Rechners dienen nur zur Information und sind keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Keine medizinische Beratung: Das Ergebnis ist eine Schätzung auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine Untersuchung oder Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt.