So rechnet der ETF-Sparplanrechner
Ein ETF hat keinen festen Zins. Du gibst deshalb eine angenommene durchschnittliche Rendite pro Jahr vor, und der Rechner tut so, als ob sich der ETF jedes Jahr genau so entwickeln würde. Die Sparrate wird zum Monatsanfang investiert und wächst jeden Monat mit dem Monatsfaktor (1 + r)1/12. Dieser „konforme“ Monatszins sorgt dafür, dass zwölf Monate zusammen genau die eingegebene Jahresrendite ergeben.
Die TER (Total Expense Ratio) zieht der Fondsanbieter laufend aus dem Fondsvermögen ab, du bekommst dafür keine Rechnung. Der Rechner zieht sie deshalb von der Rendite ab: Aus 6 % Rendite und 0,2 % TER werden 5,8 % pro Jahr. Eine Gebühr je Ausführung (manche Broker verlangen sie für jede Sparplanrate) wird von jeder Rate abgezogen, bevor sie investiert wird.
Beispiel: Du sparst 25 Jahre lang 200 € im Monat, eingezahlt sind am Ende 60.000,00 €. Bei 6 % Rendite ohne Kosten stünden 135.916,17 € im Depot. Mit 0,2 % TER sind es 132.012,67 €, die Kosten haben dich also 3.903,50 € gekostet. Das ist die Voreinstellung im Rechner.
Wie stark wirken die Kosten?
Ein paar Zehntelprozent klingen nach wenig. Weil sie aber Jahr für Jahr vom gesamten, wachsenden Vermögen abgehen, summieren sie sich. Die Tabelle zeigt den Sparplan aus dem Beispiel (200 € im Monat, 25 Jahre, 6 % vor Kosten) mit verschiedenen laufenden Kosten:
| Laufende Kosten | Endkapital | Kostenwirkung | Anteil am Ertrag ohne Kosten |
|---|---|---|---|
| 0,10 % | 133.948,31 € | 1.967,86 € | 2,6 % |
| 0,20 % | 132.012,67 € | 3.903,50 € | 5,1 % |
| 0,50 % | 126.393,71 € | 9.522,46 € | 12,5 % |
| 1,00 % | 117.624,18 € | 18.291,99 € | 24,1 % |
| 1,50 % | 109.546,04 € | 26.370,13 € | 34,7 % |
| 2,00 % | 102.102,79 € | 33.813,38 € | 44,5 % |
Aktiv gemanagte Fonds liegen bei den laufenden Kosten oft deutlich über breit gestreuten Index-ETFs. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, ob der Fonds nach Kosten mehr erwirtschaftet, was du vorher nicht weißt. Sicher ist nur der Kostenunterschied.
Welche Rendite soll ich eingeben?
Das kann dir niemand verbindlich sagen. Historische Durchschnittsrenditen breiter Aktienindizes sind kein Versprechen für die Zukunft, und die Ergebnisse schwanken je nach Zeitraum stark. Sinnvoll ist, mehrere Szenarien durchzurechnen, etwa eine vorsichtige, eine mittlere und eine optimistische Annahme. Bei Anleihen-ETFs oder gemischten Portfolios liegt die erwartbare Rendite in der Regel niedriger als bei reinen Aktien-ETFs. Wichtig: Ein ETF-Sparplan kann zwischendurch und auch am Ende weniger wert sein als die Summe deiner Einzahlungen.
Sparplan mit Dynamik
Mit einer Dynamik erhöhst du die Rate jedes Jahr um einen festen Prozentsatz. Mit 2 % Dynamik zahlst du im Beispiel insgesamt 76.872,72 € ein und hast nach Kosten 159.773,55 € im Depot. Viele Broker bieten dafür keine Automatik, dann passt du die Rate einfach einmal im Jahr selbst an.
Was der Rechner nicht berücksichtigt
Steuern auf Ausschüttungen und Kursgewinne, Freibeträge, Depotgebühren und die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs sind nicht enthalten. Das Ergebnis ist ein Wert vor Steuern. Wenn du statt eines ETF ein Sparkonto mit festem Zins vergleichst, nimm den Sparrechner. Wie viel du später aus dem angesparten Vermögen monatlich entnehmen kannst, zeigt der Entnahmeplan-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel habe ich nach 25 Jahren mit 200 € im Monat im ETF?
Bei angenommenen 6 % Rendite pro Jahr und 0,2 % TER rund 132.000 €, davon 60.000 € eigene Einzahlungen. Die tatsächliche Entwicklung kann deutlich abweichen.
Wie wird die TER im Rechner berücksichtigt?
Die TER wird von der jährlichen Rendite abgezogen, weil der Anbieter sie laufend aus dem Fondsvermögen entnimmt.
Ist die Rendite garantiert?
Nein. Die Rendite ist eine Annahme. ETFs schwanken, das Endkapital kann höher oder niedriger sein und auch unter den Einzahlungen liegen.
Sind Steuern berücksichtigt?
Nein, das Ergebnis gilt vor Steuern und ohne Depotgebühren.
Hinweis: Die Seite und das Ergebnis des Rechners dienen nur zur Information und sind keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.
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