So rechnet der Photovoltaik-Rechner
Der Nutzen einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach besteht aus zwei Teilen: Strom, den du selbst verbrauchst, musst du nicht kaufen, und Strom, den du ins Netz einspeist, wird vergütet. Der Rechner trennt beides:
- Jahresertrag (kWh) = Anlagengröße in kWp × spezifischer Ertrag in kWh/kWp
- Eigenverbrauch (kWh) = Jahresertrag × Eigenverbrauchsanteil
- Ersparnis = Eigenverbrauch × Strompreis
- Einspeiseerlös = (Jahresertrag − Eigenverbrauch) × Einspeisevergütung
- Amortisation (Jahre) = Anschaffungskosten ÷ (Ersparnis + Einspeiseerlös)
Beispiel (Voreinstellung): Eine 10-kWp-Anlage mit 950 kWh/kWp erzeugt 9.500 kWh im Jahr. Bei 30 % Eigenverbrauch nutzt du 2.850 kWh selbst und sparst bei 0,35 €/kWh 997,50 €. Die übrigen 6.650 kWh werden mit 7,7 ct/kWh vergütet: 512,05 €. Zusammen bringt die Anlage 1.509,55 € im Jahr.
Spezifischer Ertrag: wie viel Strom pro kWp?
Der spezifische Ertrag gibt an, wie viele Kilowattstunden ein Kilowatt Peak Nennleistung pro Jahr liefert. Er hängt vom Standort, von Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. Der Fraunhofer ISE rechnet in seinen „Aktuellen Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ (Stand August 2026) in einem Beispiel mit 950 kWh/kWp und gibt für neue Anlagen einen Jahresertrag von 980 MWh pro MWp an. Die Voreinstellung übernimmt den Beispielwert. Wie stark die Ausrichtung zählt, zeigt die Tabelle des ISE für Freiburg: Bei Südausrichtung und rund 40° Neigung liegt das Maximum, ein flach liegendes Modul erreicht dort 84 %, ein senkrechtes nach Süden 71 %. Für deinen Standort und dein Dach liefert das kostenlose Online-Werkzeug PVGIS der EU-Kommission einen passenden Wert.
Eigenverbrauch: der wichtigste Hebel
Selbst genutzter Strom ist in der Regel deutlich mehr wert als eingespeister, weil der Bezugspreis höher ist als die Vergütung. Laut Fraunhofer ISE erreichen Haushalte ohne Speicher abhängig von der Anlagengröße 20 bis 40 % Eigenverbrauch bezogen auf den erzeugten Strom. Größere Anlagen decken mehr vom eigenen Bedarf, ihr Eigenverbrauchsanteil sinkt aber. Ein Batteriespeicher, eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto, das tagsüber lädt, erhöhen den Anteil.
| Eigenverbrauch | selbst genutzt | Ersparnis (0,35 €/kWh) | Einspeisung (7,7 ct) | Summe pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 20 % | 1.900 kWh | 665,00 € | 585,20 € | 1.250,20 € |
| 30 % | 2.850 kWh | 997,50 € | 512,05 € | 1.509,55 € |
| 40 % | 3.800 kWh | 1.330,00 € | 438,90 € | 1.768,90 € |
| 60 % | 5.700 kWh | 1.995,00 € | 292,60 € | 2.287,60 € |
| 80 % | 7.600 kWh | 2.660,00 € | 146,30 € | 2.806,30 € |
Einspeisevergütung in Deutschland
Die Voreinstellung von 7,7 ct/kWh ist der Fördersatz, den die Bundesnetzagentur für Anlagen auf Gebäuden in Teileinspeisung (Überschusseinspeisung) mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 veröffentlicht, für den Leistungsanteil bis 10 kW. Für den Anteil bis 40 kW gelten 6,66 ct/kWh, bis 100 kW 5,44 ct/kWh; bei Volleinspeisung sind die Sätze höher. Hat deine Anlage mehr als 10 kWp, ergibt sich ein gewichteter Mittelwert. Maßgeblich ist der Satz zum Zeitpunkt deiner Inbetriebnahme. Die Bundesnetzagentur weist außerdem darauf hin, dass eine Nachfolgeregelung für die Zeit nach dem 31. Dezember 2026 in Beratung ist. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln und Tarife; trag dort den Wert deines Netzbetreibers oder Abnehmers ein.
Was der Rechner vereinfacht
Der Rechner zeigt ein typisches erstes Betriebsjahr. Nicht enthalten sind die langsam nachlassende Modulleistung, Wartung und Versicherung, Kosten für den Zählerwechsel, Steuern, Zinsen und künftige Änderungen des Strompreises. Für kleine Steckersolargeräte am Balkon gibt es den Balkonkraftwerk-Rechner. Die Dachneigung deines Dachs ermittelt der Dachneigung-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage im Jahr?
Anlagengröße mal spezifischer Ertrag. Mit 950 kWh/kWp, einem Beispielwert des Fraunhofer ISE, sind es 9.500 kWh.
Wie hoch ist der Eigenverbrauch ohne Speicher?
Laut Fraunhofer ISE erreichen Haushalte ohne Speicher je nach Anlagengröße 20 bis 40 % des erzeugten Stroms.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Für Anlagen auf Gebäuden in Teileinspeisung mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 laut Bundesnetzagentur 7,70 ct/kWh bis 10 kW, 6,66 ct/kWh bis 40 kW und 5,44 ct/kWh bis 100 kW.
Wann hat sich eine PV-Anlage bezahlt gemacht?
Anschaffungskosten geteilt durch Ersparnis und Einspeiseerlös pro Jahr ergibt die einfache Amortisationszeit, ohne Zinsen und Preisänderungen.
Hinweis: Die Seite und das Ergebnis des Rechners dienen nur zur Information und sind keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Die Einspeisevergütung gilt nur für Deutschland und hängt vom Datum der Inbetriebnahme ab; prüfe den aktuellen Satz bei der Bundesnetzagentur.