Die Schrittmaßregel
Eine Treppe ist bequem, wenn sie zur natürlichen Schrittlänge des Menschen passt. Beim Steigen ist ein Schritt kürzer als auf ebenem Boden, weil der Körper zusätzlich gehoben wird. Daraus ist die bekannte Schrittmaßregel entstanden: Zwei Steigungen plus ein Auftritt sollen ungefähr eine Schrittlänge von 59 bis 65 cm ergeben, als Zielwert werden meist 63 cm genommen.
- Schrittmaß = 2 × Steigung (h) + Auftritt (a) ≈ 63 cm
- Anzahl Steigungen = Geschosshöhe ÷ Wunschsteigung, gerundet
- Steigung = Geschosshöhe ÷ Anzahl Steigungen
- Auftritt = Schrittmaß − 2 × Steigung
- Lauflänge (Grundriss) = (Anzahl Steigungen − 1) × Auftritt
Beispiel (Voreinstellung): 275 cm Geschosshöhe geteilt durch 17,5 cm ergibt 15,7, gerundet 16 Steigungen. Jede Stufe ist dann 275 ÷ 16 = 17,19 cm hoch. Der Auftritt nach der Schrittmaßregel ist 63 − 2 × 17,19 = 28,63 cm. Die Treppe hat 15 Auftritte (die oberste Stufe ist der Fußboden des oberen Geschosses) und damit eine Lauflänge von 15 × 28,63 = 429,4 cm. Der Neigungswinkel beträgt rund 31°.
Warum eine Stufe weniger Auftritte als Steigungen hat
Die Zahl der Steigungen ist die Zahl der Höhenschritte. Den letzten Schritt machst du auf den Fußboden oben, der keinen eigenen Auftritt der Treppe braucht. Deshalb hat eine gerade Treppe mit 16 Steigungen nur 15 Auftritte. Diese Zählweise ist wichtig für die Lauflänge: Wer mit 16 Auftritten rechnet, plant die Treppe zu lang.
Zwei weitere Faustregeln
Neben der Schrittmaßregel werden im Treppenbau häufig zwei weitere Regeln genannt, die der Rechner zur Kontrolle anzeigt:
- Sicherheitsregel: Auftritt + Steigung ≈ 46 cm
- Bequemlichkeitsregel: Auftritt − Steigung ≈ 12 cm
Weichen deine Werte stark davon ab, ist die Treppe entweder sehr steil oder sehr flach. Sehr flache Stufen mit langem Auftritt sind übrigens nicht automatisch bequemer: Wenn der Schrittrhythmus nicht passt, stolpert man leichter.
| Steigung h | Auftritt a bei 63 cm | Sicherheit a + h | Bequemlichkeit a − h | Winkel |
|---|---|---|---|---|
| 16,0 cm | 31,0 cm | 47,0 cm | 15,0 cm | 27,3° |
| 16,5 cm | 30,0 cm | 46,5 cm | 13,5 cm | 28,8° |
| 17,0 cm | 29,0 cm | 46,0 cm | 12,0 cm | 30,4° |
| 17,5 cm | 28,0 cm | 45,5 cm | 10,5 cm | 32,0° |
| 18,0 cm | 27,0 cm | 45,0 cm | 9,0 cm | 33,7° |
| 18,5 cm | 26,0 cm | 44,5 cm | 7,5 cm | 35,4° |
| 19,0 cm | 25,0 cm | 44,0 cm | 6,0 cm | 37,2° |
Wenn der Platz nicht reicht
Ist die berechnete Lauflänge länger als der verfügbare Platz, hast du mehrere Möglichkeiten: eine etwas höhere Steigung (weniger Stufen), eine gewendelte Treppe oder eine Treppe mit Podest. Eine höhere Steigung macht die Treppe steiler und anstrengender. Für Wohnhäuser gelten je nach Land und Gebäudeart verbindliche Grenzwerte für Steigung, Auftritt und Laufbreite in den Bauordnungen und Normen. Diese prüft dein Planer oder Treppenbauer; der Rechner ersetzt keine Planung nach den Vorschriften deines Bundeslands oder Kantons.
Neigungswinkel der Treppe
Der Winkel ergibt sich aus Steigung und Auftritt: Winkel = arctan(Steigung ÷ Auftritt). Bei 17,19 cm Steigung und 28,63 cm Auftritt sind das rund 31°. Die Neigung eines Daches oder einer Rampe rechnest du im Dachneigung-Rechner aus.
Häufige Fragen
Wie lautet die Schrittmaßregel für Treppen?
Zwei Steigungen plus ein Auftritt sollen etwa 63 cm ergeben, üblich ist ein Bereich von 59 bis 65 cm.
Wie viele Stufen hat eine Treppe bei 2,75 m Geschosshöhe?
Bei einer Wunschsteigung von etwa 17,5 cm sind es 16 Steigungen mit je 17,19 cm. Der Auftritt nach Schrittmaßregel beträgt dann 28,63 cm.
Wie berechne ich die Lauflänge einer Treppe?
Anzahl der Steigungen minus 1, mal Auftritt. Bei 16 Steigungen und 28,63 cm Auftritt sind es 429,4 cm.
Welche Treppenmaße sind vorgeschrieben?
Grenzwerte für Steigung, Auftritt und Laufbreite stehen in den Bauordnungen und Normen deines Landes und hängen von der Gebäudeart ab. Lass sie vom Planer prüfen.
Hinweis: Die Seite und das Ergebnis des Rechners dienen nur zur Information und sind keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.
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