Warum Tapete nach Bahnen und nicht nach m² gerechnet wird
Eine Rolle Tapete mit 10,05 × 0,53 m hat rund 5,3 m². Trotzdem kannst du nicht einfach die Wandfläche durch 5,3 teilen. Jede Bahn muss vom Boden bis zur Decke reichen, und das Reststück am Ende der Rolle ist meist zu kurz für eine weitere Bahn. Deshalb zählt der Rechner ganze Bahnen:
- Bahnen = (Raumumfang − Abzug) ÷ Rollenbreite, aufgerundet
- Bahnlänge = Wandhöhe + 10 cm Zugabe zum Beschneiden; mit Rapport auf ein Vielfaches des Rapports aufgerundet
- Bahnen pro Rolle = Rollenlänge ÷ Bahnlänge, abgerundet
- Rollen = Bahnen ÷ Bahnen pro Rolle, aufgerundet
Beispiel (Voreinstellung): Der Raum mit 5 × 4 m hat 18 m Umfang. Bei 0,53 m breiten Bahnen sind das 18 ÷ 0,53 = 33,96, also 34 Bahnen. Jede Bahn ist 2,5 m + 10 cm = 2,6 m lang. Aus einer 10,05-m-Rolle bekommst du 3 Bahnen (7,8 m), der Rest von 2,25 m reicht nicht mehr. 34 ÷ 3 = 11,3, also 12 Rollen. Wäre die Wand nur 2,4 m hoch, passten 4 Bahnen à 2,5 m auf eine Rolle, und 9 Rollen würden reichen.
Was ist der Rapport?
Bei gemusterten Tapeten muss das Muster an der Naht zur Nachbarbahn passen. Der Abstand, nach dem sich das Muster senkrecht wiederholt, heißt Rapport und steht als Zahl in Zentimetern auf dem Etikett, zum Beispiel 64 cm. Jede Bahn muss so zugeschnitten werden, dass das Muster an derselben Stelle beginnt. Deshalb rechnet der Rechner die Bahnlänge auf ein volles Vielfaches des Rapports auf. Mit 64 cm Rapport wird aus 2,4 m Wandhöhe plus 10 cm Zugabe (2,5 m) eine Bahnlänge von 4 × 64 cm = 2,56 m, und statt 4 passen nur noch 3 Bahnen auf die Rolle. Im Beispielraum steigt der Bedarf dadurch von 9 auf 12 Rollen.
Bei versetztem Ansatz (auf dem Etikett meist als Pfeilsymbol mit Versatz angegeben) kann der Verschnitt noch etwas höher sein. Tapeten ohne Rapport, etwa Raufaser oder Uni-Vliestapete, kannst du mit 0 rechnen.
| Wandhöhe | Bahnlänge ohne Rapport | Bahnen pro 10,05-m-Rolle | Rollen für 18 m Umfang |
|---|---|---|---|
| 2,30 m | 2,40 m | 4 | 9 |
| 2,40 m | 2,50 m | 4 | 9 |
| 2,50 m | 2,60 m | 3 | 12 |
| 2,60 m | 2,70 m | 3 | 12 |
| 2,75 m | 2,85 m | 3 | 12 |
| 3,00 m | 3,10 m | 3 | 12 |
Fenster und Türen abziehen oder nicht?
Über und unter Fenstern und über Türen wird ebenfalls tapeziert, nur mit kürzeren Bahnen. Diese Stücke schneidest du oft aus den Resten. Ein schmales Fenster oder eine normale Zimmertür ziehst du deshalb besser nicht ab. Abziehen lohnt sich nur bei großen Flächen, die gar nicht tapeziert werden: eine bodentiefe Fensterfront, eine Schrankwand, ein Durchgang. Trag dafür die Gesamtbreite in Metern im letzten Feld ein.
Auf die Chargennummer achten
Tapeten werden in Chargen produziert, die sich in Farbe minimal unterscheiden können. Kauf alle Rollen für einen Raum mit derselben Chargennummer und lieber eine Rolle als Reserve dazu, damit du nicht später nachkaufen musst. Für einen Anstrich statt Tapete rechnest du mit dem Wandfarbe-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viele Rollen Tapete brauche ich für ein Zimmer?
Bei 18 m Umfang, 2,5 m Wandhöhe und Standardrollen mit 10,05 × 0,53 m ohne Rapport sind es 34 Bahnen, 3 pro Rolle, also 12 Rollen.
Warum reicht die Rechnung nach Quadratmetern nicht?
Jede Bahn muss die volle Wandhöhe haben. Das Reststück am Rollenende ist oft zu kurz für eine weitere Bahn und fällt weg.
Was bedeutet Rapport bei Tapeten?
Der senkrechte Abstand, nach dem sich das Muster wiederholt. Die Bahnen müssen auf ein Vielfaches davon zugeschnitten werden, damit das Muster an den Nähten passt.
Soll ich Fenster und Türen abziehen?
Normale Fenster und Türen meist nicht, weil darüber und darunter ebenfalls tapeziert wird. Große, nicht tapezierte Flächen wie bodentiefe Fensterfronten kannst du abziehen.
Hinweis: Die Seite und das Ergebnis des Rechners dienen nur zur Information und sind keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.
Geprüft am: